Christopher-Street-Day 2002
Motto und Aktion
Es war CSD in Dresden und die Aids-Hilfe präsentierte sich vor Umzug und Straßenfest mit traditionellem Sektempfang und aktueller „Moralapostel-Aktion“. Wohl wissend, dass Ironie mißverstanden werden kann, wollten wir wieder mit Witz und Provokation auf uns aufmerksam machen. Anknüpfend an die Tatsache, dass sich ein guter Teil der HIV-Neuinfektionen bei schwulen Männern ereignet, die in festen Partnerschaften leben, wollten wir dazu anregen, über das Verhältnis schwuler Männer zu Liebe, Partnerschaft, Vertrauen, Treue und Untreue nachzudenken. Zentrale Slogans der Aktion waren:
- „Kein Sex vor der (Homo-)Ehe!“
- „Biste treue stets, kriegste ooch keen AIDS!“
Hintergrund
Heiratswillige konnten sich sofort trauen lassen, einschließlich Priester-Segen, (sauren) Eheringen und Hochzeitsfoto. Zum Selbststudium gab’s 10 Ehe-Gebote mit auf den Weg. Allerdings ließ der Ansturm auf den „Trau-Altar“ zu wünschen übrig. Über die Gründe dafür kann man spekulieren.
Insgesamt aber hat die Aktion reichlich Aufmerksamkeit erzeugt, und genau das war unser Ziel. Genau genommen wollten wir mit unserer Kampagne alle Menschen ansprechen, die in Partnerschaften leben oder leben wollen, unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung. Denn die Themen Treue, Sexualität und Umgang mit Seitensprüngen sind in jeder Partnerschaft präsent. Berater in Aids-Beratungsstellen wissen davon zu berichten: Seitensprünge mit Infektionsrisiko sind kein Privileg einer sexuellen Minderheit.
Ergebnis
Unsere Aktion löste unterschiedliche Reaktionen aus. Teilweise entstand Irritation und Unverständnis, teilweise wurde das ernste Thema hinter all der Ironie und Parodie erkannt. Auch die schwul-lesbische Presse äußerte sich anerkennend.
Fotos der Aktion



