Neue Hoffnung im Kampf gegen Aids

Grafik1Forscher haben herausgefunden, weshalb manche Frauen gegen das HI-Virus resistent sind. Aus dieser Erkenntnis könnte ein Gegenmittel resultieren.

An der Studie der University of Winnipeg nahmen 2000 Prostituierte aus Kenia teil. Diese gelten als besonders gefährdet, weil die Aids-Rate im ostafrikanischen Land sehr hoch ist. 140 der Frauen erwiesen sich als resistent gegen das tödliche Virus.

Bei der Untersuchung der Gebärmutterhalsschleimhaut stellten die Mediziner fest, dass die Vaginalflüssigkeit der resistenten Frauen im Vergleich zu HIV-infizierten Frauen grössere Mengen von Proteinen mit viraler und entzündungshemmender Wirkung enthielt. Die Konzentration dieser Proteine war bis zu achtmal höher als bei nicht resistenten Frauen.

Daraus entsteht Hoffnung: „Wenn dieser Zusammenhang auch in grösseren Stichproben nachgewiesen werden kann, könnte auf der Basis solcher Vaginalproteine ein Mittel entwickelt werden, mit dem sich HI-Viren bekämpfen liessen“, sagte ein Forscher.

Quelle: 20 Minuten.ch


Pharmafirmen sperren sich

Vaginalgel als HIV-Schutz

Genfer Forscher haben eine vielversprechende Substanz entdeckt, die Frauen als Vaginalgel zum Schutz gegen eine HIV-Infektion benützen könnten. Sie sei billig in der Herstellung, wäre leicht anzuwenden und effizient. Doch bis jetzt habe sich keine Pharmafirma dazu bereiterklärt, die noch notwendigen klinischen Tests durchzuführen, bedauern die Forscher der Universität Genf.

"Die potenziellen Konsumenten eines Medikaments gegen HIV sind die ärmsten Menschen dieses Planeten", sagte Olivier Hartley von der Abteilung strukturelle Biologie und Bioinformatik der medizinischen Fakultät der Deutschen Presse-Agentur. Er war an der Entwicklung des Wirkstoffs beteiligt, den die Forscher im US- Fachjournal "PNAS" (Bd. 105, S. 17706) vorstellen. "Die Kaufkraft dieser Menschen ist gering, deshalb ist die Industrie nicht interessiert."

Schutz für jede Einzelne

Mit dem in Genf entwickelten Gel hätten Frauen ein Mittel um sich selbst, unabhängig vom Mann, aktiv zu schützen, sagte Hartley. Ein großer Teil der nötigen Untersuchungen wurde bereits am medizinischen Institut in Genf unternommen. So wurde ein Anti-HIV-Mikrobizid entwickelt, dass die Übertragung des Virus beim Affen nachweislich verhinderte, sich jedoch als sehr teuer in der Herstellung erwies. Das Team um Olivier Hartley forschte weiter und entdeckte ein ähnliches Molekül, das nur einen Bruchteil des ersten kosten würde. Eben jenes Molekül mit dem Namen 5P12-RANTES, das sich zur Anwendung in einem Gel eignet.

Die Forschungsgruppe der Universität versucht nun, private Stiftungen und Regierungen für das Projekt zu gewinnen, um die Tests zu finanzieren. Nicht klar ist, ob die Substanz bei einer tatsächlichen Anwendung am Menschen Wirkung zeigen würde. In der Vergangenheit hatten einige Anti-HIV-Mikrobizide im Labor vielversprechende Ergebnisse erbracht, versagten dann aber bei Studien an Menschen.

Die Zahl der im Jahr 2007 neu mit HIV Infizierten beträgt nach Schätzungen des Aids-Bekämpfungsprogramms der Vereinten Nationen UNAIDS 2,5 Millionen. Weltweit lebten im vergangenen Jahr mehr als 33 Millionen Menschen mit dem Virus. Etwa 95 Prozent der Infizierten befinden sich in den Entwicklungsländern und haben keinen Zugang zu Prävention und Behandlung von HIV und AIDS. Medikamente sind teuer, das Kondom wird sozial oft nicht akzeptiert.

Quelle: n-tv.de


Zahl der HIV-Neuinfektionen ist 2008 stabil geblieben

Prävention wirkt, muss aber intensiviert und nachhaltig gesichert werden

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat heute Schätzungen zur Zahl der HIV-Neuinfektionen und zur Gesamtzahl der HIV-Infizierten im Jahr 2008 vorgestellt. Danach haben sich in diesem Jahr in Deutschland etwa 3.000 Menschen mit HIV infiziert, fast drei Viertel von ihnen beim Sex unter Männern. Insgesamt leben bei uns schätzungsweise 60.–66.000 Menschen mit HIV, und auch hier stellen Männer, die Sex mit Männern haben (kurz: MSM), den größten Anteil.

„Prävention wirkt“, erklärt dazu Dr. Dirk Sander, DAH-Referent für Männer, die Sex mit Männern haben. „Aber da, wo sie besonders nötig ist, reicht ein ‚Weiter so’ nicht aus: Hier muss die Prävention intensiviert und nachhaltig gesichert werden. Denn während es für Aidshilfen meist noch relativ leicht ist, Gelder zum Beispiel für die – zweifellos wichtige –Aufklärungsarbeit in Schulen zu bekommen, sieht es bei der Arbeit in den schwulen Szenen vor Ort ganz anders aus: Sie lastet auf zu wenigen Schultern und wird nicht ausreichend finanziert.“

Gerade bei denjenigen aber, die besonders gefährdet seien, bedürfe es auch besonderer Anstrengungen, sagt Sander. „Die Deutsche AIDS-Hilfe hat deshalb in diesem Jahr die bundesweiteKampagne ‚ICH WEISS WAS ICH TU’ gestartet. Sie soll differenzierte Informationen zu Risiken und Schutzmöglichkeiten auf zielgruppengerechte Weise an den Mann bringen. Und sie ermutigt auch zum Test. Deshalb rechnen wir in den kommenden Jahren mit mehr Neudiagnosen – und das wäre ein Erfolg: Das Wissen um die Infektion bietet die Chance, die Behandlungsmöglichkeiten optimal zu nutzen.“ Funktionieren könne die Kampagne aber nur, wenn es auch vor Ort Präventionsmitarbeiter gebe, die in die Szenen gingen und als Ansprechpartner zur Verfügung stünden. „Dafür brauchen wir Geld – und zwar deutlich mehr Geld als bisher. Es kann nicht sein, dass es gerade dort, wo es besonders nötig ist, nicht hinfließt. Gefordert sind hier vor allem Länder und Kommunen.“

Carsten Schatz vom Vorstand der Deutschen AIDS-Hilfe unterstreicht diese Forderung: „Die Aidshilfen werden auch weiterhin in die Schulen gehen und jeden beraten, der zu ihnen kommt. Aber wir wollen und müssen stärker dort präsent sein, wo es wirklich brennt. Und das ist in Deutschland eben in erster Linie bei Männern, die Sex mit Männern haben, bei Migrantinnen und Migranten aus Ländern, in denen HIV besonders weit verbreitet ist, und bei Drogengebrauchern und Menschen in Haft der Fall. Für diese Arbeit brauchen wir Geld und politische Unterstützung – damit wir das, was nötig ist und die Not wendet, auch tun können. Beispiele sind hier unsere Kampagne ‚ICH WEISS WAS ICH TU’ mit ihrer klaren, authentischen Sprache und den passenden Bildern, die Vergabe von sterilen Spritzen in Haft oder die medizinisch kontrollierte Vergabe von Heroin an Schwerstabhängige.“

Pressekontakt:

Jörg Litwinschuh, Mobil: 0177-28 22 581, joerg.litwinschuh@dah.aidshilfe.de


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