Informationen rund um den HIV-Test

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Wie läuft der HIV-Test ab?

Um eine HIV-Infektion definitiv auszuschließen, gilt für Labortests ein diagnostisches Fenster von sechs Wochen. Sogenannte Kombinationstests weisen neben HIV-Antikörpern auch Virusbestandteile (p24-Antigen) nach. Bei reinen Antikörper-Suchtests und allen Schnelltests bleibt es bei dem diagnostischen Fenster von 12 Wochen. Wenn Sie einen Test durchführen möchten, gehen Sie innerhalb der Öffnungszeiten zu Ihrem Gesundheitsamt. Dort werden Sie zum Test informiert und beraten. Für den Test selbst wird Ihnen Blut abgenommen. Nach ca. einer Woche können Sie sich Ihr Ergebnis persönlich abholen. Eine Mitteilung am Telefon ist in der Regel nicht möglich.

Wie sieht der Test im Detail aus?

Im Labor wird zunächst ein ELISA-Test durchgeführt. Der Antikörper-Teil des Tests sucht nach Antikörpern im Blut. Daneben fahndet der Antigen-Anteil des Tests nach einem bestimmten Bestandteil des HI-Virus – p24-Antigen. Der Suchtest ist so empfindlich, dass er auch kleinste Mengen Antikörper oder Antigene entdeckt. Findet man keine Antikörper/Antigene, wird man Ihnen dieses Ergebnis mitteilen. Werden hingegen Antikörper/Antigene nachgewiesen, wird ein Bestätigungstest (meist WESTERN BLOT) vorgenommen. Dazu wird dieselbe Blutprobe verwendet, so dass keine neue Blutabnahme erforderlich ist. Wenn auch der Bestätigungstest Antikörper/Antigene gegen HIV findet, wird man Ihnen das Ergebnis „HIV-Test positiv“ bzw. „HIV-positiv“ mitteilen.

Nach einer solchen Ergebnismitteilung würde man erneut Blut abnehmen und das gesamte Testverfahren wiederholen, um mögliche Fehlerquellen auszuschließen.

Was spricht für den Test?

Für den Test spricht, dass man Klarheit darüber erhält, ob man HIV-positiv ist oder nicht. Dadurch wäre es ggf. auch möglich, eine medikamentöse Therapie rechtzeitig einzuleiten.

„Rechtzeitig“ heißt, solange das Immunsystem nicht schwerwiegend durch HIV geschädigt ist und zusätzliche Erkrankungen auftreten. Weiterhin könnten Sexpartner vor einer HIV-Übertragung geschützt werden.

Was spricht gegen den Test?

Nicht immer ist man in der Lage, das Testergebnis „HIV-positiv“ zu bewältigen. In besonderen Stresssituationen kann es also sinnvoll sein, mit dem Test zu warten. Weiterhin kann das Testergebnis „HIV-positiv“ sobald es aktenkundig wird (z.B. durch Test beim Hausarzt mit Namensnennung) zu versicherungsrechtlichen Problemen führen. Der Abschluss von Lebens- oder Berufsunfähigkeitsversicherungen ist dann nicht mehr oder nur zu deutlich erhöhten Tarifen möglich.

Wo wird der Test kostenlos und anonym angeboten?

Die sächsischen Gesundheitsämter bieten den HIV-Test kostenlos und anonym an. Sie brauchen also weder Ihren Namen zu nennen noch etwas zu bezahlen. Lediglich für die Ausstellung von Attesten wird eine Gebühr erhoben. Die Kontaktdaten für Dresden finden Sie hier. Sollte Ihr lokales Gesundheitsamt nicht aufgeführt sein, informieren wir Sie gern telefonisch.

Besteht eine Meldepflicht?

Wenn HIV im Rahmen eines Tests festgestellt wird, dann besteht eine nicht-namentliche Meldepflicht. Das heißt, dass der Befund an das Robert-Koch-Institut in Berlin gemeldet wird, aber ohne den Namen der betreffenden Person bekannt zu geben. Mit Hilfe dieses Meldesystems soll die Ausbreitung von HIV in Deutschland gemessen werden.

Darf man ohne Einwilligung getestet werden?

Ohne Ihre Einwilligung dürfen Sie nicht auf HIV getestet werden. Auch eine ausführliche Beratung vor dem Test ist erforderlich. Die Gesundheitsämter halten sich an diese Standards. In vielen anderen Fällen wird davon abgewichen. Dieses Vorgehen ist nicht nur unprofessionell, es kann auch zivilrechtliche Konsequenzen haben.

Ein Ausnahmefall muss erwähnt werden: Asylbewerber/innen werden in einigen Bundesländern (auch in Sachsen) ohne ihre Einwilligung auf HIV getestet. Dies stellt eine Entmündigung der Klient/innen dar. Auf der anderen Seite kann eine eventuell notwendige Therapie gegen HIV rechtzeitig eingeleitet werden.

Wenn der Test „HIV-positiv“ ausfällt.

Die Mitteilung eines „positiven“ Testergebnisses erleben viele als tiefen Einschnitt in ihrem Leben. Es können Ängste und Probleme in unterschiedlichen Lebensbereichen auftreten. Manche gehen auch sehr nüchtern mit der neuen Situation um. In jedem Fall trägt die Unterstützung durch Freunde, Angehörige oder andere Vertrauenspersonen zu einer Entlastung bei. Die Aids-Hilfe Dresden berät HIV-positive Menschen und deren Angehörige zu sozialrechtlichen und medizinischen Themen. Lesen Sie mehr zu unserem Hilfsangebot.

Ist der HIV-Test sicher?

Der HIV-Antikörpertest ist eines der sichersten Verfahren in der Medizin. Dennoch kommt es in seltenen Fällen zu falschen Ergebnissen. Insbesondere der ELISA-Test kann sog. „falsch positive“ Ergebnisse liefern. Solche „falsch positiven“ Ergebnisse werden nicht mitgeteilt und durch den Bestätigungstest überprüft.

Die statistischen Unwägbarkeiten des Tests erläutert ein Artikel zur Testsicherheit (PDF: 20 KB). Weiterhin informiert das Robert-Koch-Institut sehr ausführlich zum Thema.

Wieso muss ich 6 Wochen warten?

Sowohl Antikörper als auch Virusbestandteile sind erst nach einiger Zeit nachweisbar. In vielen Fällen sind Antikörper/Antigene auch schon eher nachweisbar. Bei anderen Menschen entwickeln sich diese aber auch erst später. Daher gilt ein „diagnostisches Fenster“ von 6 Wochen, um eine HIV-Infektion definitiv auszuschließen. Detailinformationen dazu bietet das Robert-Koch-Institut.

Gibt es auch Schnelltests?

Es gibt sog. „Schnelltests“, die, allerdings nur Antikörper gegen HIV nachweisen (kein Antigen-Nachweis). Das Ergebnis liegt innerhalb von ca. 20 Minuten vor. Allerdings müssen hier 12 Wochen seit dem letzten Risiko vergangen sein. Die Bezeichnung „schnell“ bezieht sich also nur auf die Zeit, die zwischen Testdurchführung und Ergebnismitteilung vergeht und nicht auf die Zeit zwischen Risikokontakt und Testdurchführung. Die Schnelltest gibt es nur in Form von Suchtests, nicht aber als Bestätigungstest. Deshalb bedarf es bei einem reaktiven Schnelltestergebnis immer einer Bestätigung durch den Bestätigungstest (Western Blot). HIV- Schnelltests sind seit einiger Zeit auch in Deutschland zugelassen und ihr Vorteil liegt darin begründet, dass Klienten ihr Testergebnis sofort erhalten können. Weitere Informationen zum klinischen Schnelltest bietet das Robert-Koch-Institut.

Gibt es einen Test für Zuhause (Heimtest)?

Im Internet sind solche Tests verfügbar. Aufgrund der mangelhaften Zuverlässigkeit, sind sog. „Heimtests“ in Deutschland nicht zugelassen. Die Aids-Hilfen raten dringend vom Gebrauch dieser Tests ab. Zum einen kann eine falsche Sicherheit vermittelt werden, zum anderen unnötige Ängste entstehen. Wenn Sie einen HIV-Test durchführen lassen möchten, können Sie das kostenlose und anonyme Angebot der Gesundheitsämter nutzen.

Was hat es mit dem PCR-Test auf sich?

In PCR-Tests wird der HI-Virus bzw. Virus-Erbmaterial direkt nachgewiesen. Dieses Testverfahren ist aber weniger genau als ein Antikörpernachweis, d.h. das Risiko falscher Ergebnisse ist größer.

PCR-Tests werden nur in eng begrenzten Situationen (z.B. bei Neugeborenen von HIV-positiven Müttern) eingesetzt. Das Ergebnis „kein Virusnachweis“ muss durch einen Antikörpertest bestätigt werden. Der direkte Virusnachweis ist außerdem sehr teuer und muss in der Regel selbst bezahlt werden. Genauere Informationen erhalten Sie in den Test durchführenden Stellen.