Informationen für Menschen mit HIV und Aids

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Sie wissen erst seit kurzem, dass Sie HIV-positiv sind?

Diese Situation ist nicht leicht auszuhalten. Ihr Leben verändert sich plötzlich total und Sie haben sich das nicht mal selbst ausgesucht. Neue Dinge und Notwendigkeiten stürmen auf einen ein, das kann schnell zu viel werden. Gedanken drehen sich im Kreis: Wem soll ich es sagen? Bleibt mein Partner bei mir? Behalte ich meine Arbeit und meine Wohnung? Wer hilft mir, wenn ich krank bin? Kann ich noch Kinder bekommen?

Wir nehmen uns Zeit und sortieren diese Dinge mit Ihnen. Der Berg an Problemen wird recht bald flacher und überschaubarer. Wir informieren Sie zu medizinischen, rechtlichen und sozialen Fragen und stellen uns auf Ihren individuellen Bedarf ein. Nur Mut! Sprechen Sie uns an. Auch ein Treffen außerhalb der Räume der Aids-Hilfe Dresden und das Gespräch mit anderen Betroffenen ist möglich.

Wie lerne ich andere Menschen mit HIV/Aids kennen?

Je nachdem welchen Wunsch Sie haben, ist das Gespräch „unter vier Augen“ mit einem HIV-positiven Mann oder einer HIV-positiven Frau möglich. Sie können auch an einer Gruppe von Menschen mit HIV/Aids teilnehmen. Die Berater helfen Ihnen, den richtigen Weg zu finden.

Hier finden sie Informationen und aktuelle Termine der Selbsthilfegruppe.

Wie sieht die medikamentöse Therapie bei HIV aus?

Die Therapie bei HIV und AIDS hat sich in den letzten Jahren verbessert. Der „Stein der Weisen“ wurde aber noch nicht gefunden. Man kann daher sagen, dass HIV behandelbar, aber nicht heilbar geworden ist. Aufgrund der rasanten Entwicklung im Therapiebereich und der vielen damit verbundenen Fragen haben wir eine eigene Infoseite erarbeitet. Dort finden Sie auch Tipps zur sog. „alternativen“ bzw. komplementären Therapie.

HIV und andere sexuell übertragbare Krankheiten

HIV erhöht die Wahrscheinlichkeit, sich mit einer anderen sexuell übertragbaren Krankheit (STD) zu infizieren und umgekehrt. Das Immunsystem ist durch den Kampf gegen HIV in gewisser Weise im „Dauerstress“ und kann sich nicht mehr gegen jeden Erreger zur Wehr setzen. Gleichzeitig erhöht sich bei manchen STDs das Risiko, andere mit HIV zu infizieren. An geschädigten Körperstellen treten auch vermehrt HI-Viren auf.

Gegen Hepatitis A und B kann man sich impfen lassen. Ansonsten hilft die Einhaltung einfacher Hygieneregeln (z.B. Hände waschen). Safer Sex und vor allem die Verwendung von Kondomen verringert das Risiko, sich mit einigen anderen STDs anzustecken. Hier finden Sie umfangreiche Informationen zu sexuell übertragbaren Krankheiten sowie Symptomen, Übertragung und Therapie.

Sie wünschen sich Kinder?

Besonders junge Frauen und Männer haben den Wunsch, Mutter bzw. Vater zu werden. Da HIV sowohl bei der Zeugung als auch bei der Geburt auf das Kind übertragen werden kann, stellen sich einige Fragen.

Prinzipiell besteht die Möglichkeit, trotz einer vorliegenden HIV-Infektion Mutter bzw. Vater zu werden. Wenn man alle medizinischen Optionen nutzt, kann das Übertragungsrisiko auf unter 2% gesenkt werden. Es bleibt also ein Restrisiko.

Dennoch lohnt es sich, sich mit den Möglichkeiten der modernen Medizin auseinander zu setzen. Wir unterstützen Sie gern auf Ihrem Weg zu einer ausgewogenen Entscheidung. Hier finden Sie ausführliche Informationen.

Unterstützung in finanziellen Notlagen

Neben der Unterstützung bei sozialen Problemen kann auch finanzielle Hilfe angeboten werden, wenn es die Situation erfordert. Wenn weder das Sozialamt noch andere öffentliche Träger Leistungen gewähren, prüfen wir den Bedarf im Gespräch mit dem Klienten.

Daraufhin erfolgt eine Antragstellung bei einer Stiftung (z.B. Deutsche Aids-Stiftung oder beim Fördergremium der Aids-Hilfe Dresden. Hier erhalten Sie weitere Informationen zur Förderung bei finanziellen Problemen.

Welche Impfungen sind sinnvoll?

Grundsätzlich wird allen Menschen mit HIV/Aids empfohlen, sich gegen Hepatitis A und B impfen zu lassen. Es handelt sich um eine sogenannte „Indikationsimpfung“, die von der Krankenkasse finanziert wird. Bitte sprechen Sie Ihren Arzt an oder lassen sich im Gesundheitsamt (AIDS/STD Beratung oder Impfstelle) beraten.

Auch die Grippeschutzimpfung wird empfohlen. Zusätzlich sollten Sie im Rahmen von Reisevorbereitungen prüfen, ob Impfungen angebracht sind. Fast alle Impfungen sind mittlerweile trotz vorliegender HIV-Infektion möglich.

Gute Reise! – Tipps zur Reisegesundheit

Reisen bildet und öffnet den Blick. Damit Sie trotz Ihrer HIV-Infektion einen angenehmen Urlaub verbringen können, haben wir Tipps und Infos zusammen gestellt. Einige Länder haben Einreisebeschränkungen für Menschen mit HIV/Aids eingeführt. Hinsichtlich Klima und ortstypischen Infektionsrisiken sollten Sie sich ebenfalls vorab ausführlich informieren.

Eventuell sind Impfungen notwendig oder andere Schutzmaßnahmen. Zusätzliche Infektionen können bei HIV-positiven Menschen schwerer verlaufen als bei HIV-negativen. Viele Tipps gelten aber auch für Menschen, die nicht HIV-positiv sind.

Broschüren und Beratung

Diese Internetseite bietet Ihnen ein breites Angebot an Themen und Informationen. Wenn Sie darüber hinaus Fragen haben, sind wir gern Ihr Ansprechpartner. Sie können sich bei uns persönlich beraten bzw. unterstützen lassen.

Im Büro der Aids-Hilfe Dresden ist weiterhin eine große Zahl von Broschüren und Veröffentlichungen für Menschen mit HIV/Aids verfügbar. Auf Wunsch schicken wir Ihnen diese gern zu. Hier finden Sie Informationen zur Materialbestellung.

Hilfreiche Informationen im Internet

Wir sammeln hier aktuelle Infos für Menschen mit HIV/Aids, vor allem zu Medizin und Sozialrecht:

Stiftung Warentest stellt zahlreiche Methoden ausführlich vor und gibt Ratschläge, wie man seriöse von unseriösen Angeboten unterscheiden kann. Menschen mit HIV/Aids sollten in jedem Fall auf Wechselwirkungen zwischen den ergänzenden Methoden und der antiretroviralen Therapie achten; dazu informiert die Deutsche Aids-Hilfe.

Eine Änderung des SGB II, die zum 01.08.2006 in Kraft tritt, unterstellt nun auch gleichgeschlechtlichen Partnern, die ohne „Trauschein“ zusammen leben, dass sie sich gegenseitig unterstützen. Solche Personen müssen nun nachweisen, dass sie keine Bedarfsgemeinschaft bilden (getrennte Konten, jeder leistet seinen Anteil zur Miete usw.). Wie das geht, erklärt der Artikel.

TIPP: Nutzen Sie zur weiteren Recherche unsere Linksammlung für Menschen mit HIV. Sie finden dort u.a. Online-Ratgeber zu HIV & Recht sowie medizinischen Themen.