Sex we can?

Fachtag zum Umgang mit Jungensexualität im Kontext der Hilfen zur Erziehung am 06.12.2016 in der Dreikönigskirche Dresden.

Worum geht es?

Jugendhilfe und Sexualität? – dann geht es sicher um Verhütung und Missbrauch. Jungen in der Jugendhilfe und Sexualität? – dann geht wohl um gefährliches Verhalten. Muss man eigentlich darüber reden?

Noch immer erleben wir in der Praxis der Kinder- und Jugendhilfe, dass die Sexualität der Kinder und Jugendlichen entweder nur zufällig oder gar nicht thematisiert wird. Darüber gesprochen wird meist erst dann, wenn es um sexuellen Missbrauch geht. Dabei gibt es gerade auch für männliche Jugendliche kaum ein wichtigeres Thema.

Sexualpädagogische Konzepte in die Praxis umzusetzen ist ein schwieriges Unterfangen, wenn wir uns unserer eigenen Haltung zur Sexualität nicht bewusst sind. Wenn wir präventiv etwas gegen sexualisierte Gewalt tun wollen, müssen wir uns fachlich intensiv mit der gelebten Welt jugendlicher Sexualität auseinandersetzen. Und wenn vor allem Jungen in den stationären Einrichtungen betreut werden, dann müssen alle Fachkräfte Wissen und Methoden zum Umgang mit Sexualität von Jungen erlangen und im pädagogischen Alltag umsetzen können. Dieser Fachtag soll Lust darauf machen, sich diesem Thema in der pädagogischen Praxis der Hilfen zur Erziehung zu widmen. Die eigene Haltung und praktische Arbeitsmittel, die uns die Annäherung an dieses Thema erleichtern, können erfahren und kennengelernt werden.

  • Zielgruppe: Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe
  • Ort: Dreikönigskirche – Haus der Kirche · Hauptstraße 23 · 01097 Dresden
  • Datum: 6. Dezember 2016
  • Kosten (inklusive Verpflegung): 45 EUR
  • Ansprechpartner für den Fachtag:
    • Jan Schweinsberg: 0351 87378815
    • Peter Wild: 0176 323 715 79

Programm:

09:00-09:30 Uhr

Anreise und Anmeldung

09:30 Uhr

Begrüßung und inhaltliche Einführung

Jan Schweinsberg, Leiter der Fachstelle Blaufeuer, P.I.Z. gGmbH

Peter Wild Landesfachstelle Jungenarbeit Sachsen

10:00 Uhr

Inputreferat: Alles Porno? Umgang Jugendlicher mit sexualitätsbezogenen Medieninhalten

Dr. Daniel Hajok

Kommunikations- und Medienwissenschaftler und als Gutachter, Empiriker, Seminar-/Workshopleiter und Fachautor tätig. Arbeitsschwerpunkte liegen im Spannungsfeld Medien, Gesellschaft und Soziale Arbeit sowie im restriktiven und präventiven Kinder- und Jugendmedienschutz

Inputreferat: Aufdeckung und Prävention von sexualisierter Gewalt gegen Jungen* und junge Männer*

Bernard Könnicke Dissens – Institut für Bildung und Forschung e.V., Berlin

12:00-13:00 Uhr

Mittagspause

13:00 – 16:00 Uhr

Workshops

16:15 Uhr

Resümee und Abschluss

 

Welche Workshops werden angeboten?

Workshop 1: „Werden Frauen im warmen Wasser nicht schwanger?– sexuelle Bildung für und mit männlichen Jugendlichen

Wenn es um Sexualität geht, wissen sie alles – sie geben zumindest vor, alles zu wissen. In intimer und vertrauer Runde während eines sexual-pädagogischen Workshops, kommen dann doch Fragen – die Jungsfragen. Es dreht sich dann um Gefühle, um den Körper, um das andere Geschlecht und um das eigene. Und um Sex. Es geht um Pornos, um das erste Mal und um (Un-)Sicherheiten.

Der Workshop gibt Gelegenheit, Methoden der sexuellen Bildung für männliche Jugendliche zu erproben und Themen in der sexualpädagogischen Arbeit mit Jungen gemeinsam zu diskutieren.

Uwe Tüffers Diplom Sozialpädagoge (FH), Angewandte Sexualwissenschaften (M.A.), Sexualpädagoge

Workshop 2: Junge Liebe – mehr als sechs mal sex

Sexualpädagogische Arbeit braucht eine reflektierte Haltung, professionelle Methoden  und gutes Material, welches die Jungen interessiert. In diesen Workshop stellen wir die Methodenbox „Junge Liebe – mehr als sechs mal SEX“ vor und reflektieren deren Praxisanwendung.

Peter Bienwald, Bildungsreferent  Landesfachstelle Jungenarbeit Sachsen

Workshop 3: Konzepte und Methoden: Nutzung sexualitätsbezogener Medieninhalte als Thema Jungenarbeit

Im Workshop werden die Medienumgangsweisen von Jungen vertieft und Konsequenzen für die (sexual-)pädagogische Praxis formuliert. Ausgehend von grundlegenden Handlungskonzepten werden Zugänge entwickelt, die zur Reflexion anregen, Alternativen aufzeigen und bei der Bewältigung negativer Erfahrungen unterstützen.

Dr. Daniel Hajok

Workshop 4: „Sexualität – Normal, bedenklich, gefährlich?“

Sexualität wird häufig unter dem Blickwinkel bedenklichen oder gefährlichen Verhaltens gesehen, gerade bei Jungen. Aber wie kann ich dieses Verhalten von gelingender bzw. „normaler“ Sexualität abgrenzen? Woran erkennen wir, ab wann  wir intervenieren müssen? Wie reden wir mit diesen Jungen darüber und welche Handlungsoptionen haben wir, wenn es um gefährliches und gefährdendes Verhalten geht? Im Workshop werden diese Fragen an praktischen Beispielen und Übungen beantwortet und ein Einblick in die Arbeit der Fachstelle gegeben.

Jan Schweinsberg und Debora Skorupa, Fachstelle Blaufeuer

Fachstelle zur Beratung von Mitarbeiter(inne)n öffentlicher und freier Träger in Fällen sexueller Grenzverletzungen durch Kinder, Jugendliche und Heranwachsende

Workshop 5: Was ist für mich okay?

Die Sexualität eines Menschen ist individuell und ständigen Veränderungen ausgesetzt. Der Workshop soll einen Raum zur Reflexion der eigenen Haltung zur Verfügung stellen. Mit unterschiedlichen Methoden wird ein ressourcenorientierter Blick auf eigene Einstellungen geworfen und die Möglichkeit, diese in den (Arbeits-) Alltag zu integrieren

Danilo Ziemen und Liane Kalisch arbeiten freiberuflich als Sexualpädagog*innen (isp) und  Dozent*innen am Institut für Sexualpädagogik (isp).

Flyer und Anmeldemodalitäten sind hier als pdf erhältlich (220 kb).

Die Fachtagung wird veranstaltet von der Landesfachstelle Jungenarbeit Sachsen und der Fachstelle Blaufeuer.

Die Veranstaltung wird unterstützt durch das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz des Freistaates Sachsen und die Software AG.