Aids – ein Ende in Sicht?

Pressemitteilung der Aids-Hilfe Dresden anlässlich des Welt-Aids-Tages 2014

Mit dem Hintergrund des herannahenden Weihnachtsfestes wird ein Wort gern und häufig verwendet: Solidarität. Doch zu selten wird darüber nachgedacht, was Solidarität bedeutet und was Solidarität bewirken kann. Ein Versuch, genau das zu tun, ist es wert! Fakt ist: Es besteht ein realistisches Ziel, dass bis zum Jahr 2020 in Deutschland niemand mehr an Aids erkrankt. Aids als letztes Stadium einer HIV-Infektion ist durch rechtzeitige Diagnose und wirksamer Therapie bereits aktuell schon gut vermeidbar. Dennoch sterben jährlich in Deutschland über 500 Menschen an den Folgen der Immunschwäche. Woran liegt das?

Als Hauptgrund kann die offene und subtile Diskriminierung HIV-Positiver in der Gesellschaft angesehen werden. Solidarität als Grundvoraussetzung für gelingende Präventionsarbeit wird seit langem in der Aids-Hilfe-Arbeit thematisiert. Denn in einem akzeptierenden und offenen gesellschaftlichen Klima erhöht sich auch die Testbereitschaft in der Bevölkerung. Diskriminierung von Menschen mit HIV hingegen macht Angst vor dem HIV-Test und einer möglichen positiven Diagnose und verhindert damit häufig einen rechtzeitigen Therapiebeginn. Ebenso ist in vielen Köpfen ein veraltetes Bild von Aids vorhanden. Menschen denken immer noch an den bekannten Film „Philadelphia“ mit Tom Hanks.

Doch wie entsteht Solidarität? Sinnvoll ist es zum einen die Gruppe der HIV-positiven Menschen zu stärken. Hierbei sind verlässliche Partner ein Garant des Erfolges. Zur Verdeutlichung sei das Pullman Dresden Newa genannt. Seit Jahren können durch seine Unterstützung Veranstaltungen für HIV-Positive und deren soziales wie medizinisches Umfeld durchgeführt werden. Auch mit dem neuen General Manager Daniel Schlomann wird diese Zusammenarbeit im folgenden Jahr fortgeführt. Es ist nach wie vor notwendig, denn HIV-positive Menschen brauchen eine aufgeschlossene, informierte Gesellschaft. HIV-Positive sind ein Teil dieser Gesellschaft und haben dort ihren Platz z. B. als Arbeitnehmer, Freund, Partner. Veranstaltungsangebote wie die oben beschriebene schaffen es, für Verständnis zu werben, Wissen zu bilden und Akzeptanz zu fördern.

Zum anderen braucht es auch weiterhin eine informierte Öffentlichkeit. Eine gute Herangehensweise sind Aktionen rund um den Welt-Aids-Tag. Die Aids-Hilfe Dresden ist daher auch 2014 wieder auf Sachsens Straßen unterwegs. Ein kleiner Auszug zeigt die Vielfältigkeit der Angebote. Erstmals gibt es in Pirna einen Informationsstand in Kooperation mit dem CSD Pirna e.V.. Die Aids-Hilfe Dresden wird einen Tag lang Besucher des IKEA Dresden unter dem Slogan „Wir stecken doch alle unter einer Decke“ ins Bett locken. Passend zur Vorweihnachtszeit soll zudem das Publikum des Striezelmarktes über den Sinn und Zweck des Welt-Aids-Tages aufgeklärt werden.

Es bleibt festzuhalten, ganz gezielt können die aufgezeigten Sichtweisen durchaus Neuinfektionen verhindern – HIV-Positive unter einer erfolgreichen HIV-Therapie über mehrere Monate gelten als nicht infektiös. Dafür benötigt es aber ein gesellschaftliches Klima, in dem der Gang zum HIV-Test okay ist, Positive von den medizinischen Fortschritten profitieren können und keine Repressionen zu befürchten sind – Solidarität eben.

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Ansprechpartner: Uwe Tüffers
Leiter der Beratungsstelle
Angewandte Sexualwissenschaften (M.A.)
Diplom Sozialpädagoge (FH)
Aids-Hilfe Dresden e.V.
Bischofsweg 46
01099 Dresden

Büro: 0351 441 61 42
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