Wir stecken doch alle unter einer Decke!

Aktionen der Aids-Hilfe Dresden anlässlich des 21. Christopher Street Day in Dresden.

Ein Ort an dem Sex stattfindet und eine Präventionsbotschaft die polarisiert – wie kann beides gut zusammengebracht werden? Diese Frage stellte sich das Team der Aids-Hilfe als es Jeff und Stefan der ICH WEISS WAS ICH TU-Kampagne am 30.05. nach Dresden in den Bunker einluden. Die neue Safer-Sex-Regel “Schutz durch Therapie” sollte vorgestellt werden. In ruhiger, entspannter Atmosphäre gelang es dem Paar die Thematik gut an den Mann zu bringen. Stefan ist HIV-positiv und ein guter Redner. Mit seinem Partner berichtete er authentisch über sein Leben und die Erfahrungen mit der neuen Safer-Sex-Regel. Stefans Therapie war zu Beginn der Beziehung mit Jeff bereits so erfolgreich, dass das Virus bei ihm nicht mehr nachweisbar war und er praktisch nicht ansteckend ist. Beim gemeinsamen Sex verzichten die beiden auf Gummis. Das Publikum dankte die Offenheit mit vielen Fragen.

Neben zahlreichen Parteien, Vereinen und politischen Organisationen hat sich die Aids-Hilfe Dresden auch in diesem Jahr am Demonstrationszug am 31.05. beteiligt. Es wurde das breite Motto „100% Mensch! Ohne Wenn und Aber.“ aufgegriffen, um Rassismen, Sexismen, Bodyismen und Heteronormativismen sichtbar zu machen. In den vorangegangenen Jahren lag der Fokus auf eine rechtliche Gleichstellung von gleichgeschlechtlichen Liebes- und Lebensweisen. 2014 galt es sich mit all jenen zu solidarisieren, die aufgrund ihres Geschlechts, ihrer Herkunft, ihrem Aussehen, ihrer Weltanschauung oder ihrer sexuellen Orientierung ausgegrenzt und ungleich behandelt werden (vgl. www.csd-dresden.de/2014/#forderungen).

Die Aids-Hilfe Dresden e.V. unterstützt dieses Anliegen. In Form eines mobilen Infostandes wurden Besucher*innen des Straßenfestes und die Teilnehmer*innen der Demonstration für die Thematik um HIV/Aids und andere sexuell übertragbare Infektionen sensibilisiert. Geschuldet der Erfahrung bleibt es notwendig, Diskriminierungen sichtbar zu machen, denen HIV-Positive institutionell und alltäglich ausgesetzt sind. Ob am Arbeitsplatz, beim Arztbesuch, in Familie oder LSBTTIQ -Szene(n) – ein offener Umgang mit einem positiven Testergebnis birgt auch heute noch und besonders in Dresden Risiken, die soziale Beziehungen und die eigene Existenz ins Wanken bringen (können).

A_03    A_06

Mithilfe eines Wortspiels wurde Bewusstsein geschaffen, dass Menschen beim Thema Sexualität symbolisch unter einer Decke stecken. Das Thema HIV/Aids und andere sexuelle Infektionen geht nun einmal all jene mehr oder weniger an, die Sex haben. An verschiedenen Stationen erwartete das Team der Aids-Hilfe die Teilnehmer*innen des Umzuges. Es bestand die Möglichkeit, im Bett Platz zu nehmen. Gern mit weiteren Personen. Wir stecken doch alle unter einer Decke! Als kleine Erinnerung erhielten Mitmachende ein Polaroid und Flyer der Aids-Hilfe Dresden. Lob und Anerkennung der Teilnehmenden sprach für die Aktion. Ein beliebtes Fotomotiv war sie ohnehin. Nun geht das Bett auf Reisen und wird den CSD in Pirna um eine tolle Aktion bereichern.

Am letzten Tag der CSD Woche gab es noch eine großartige Überraschung für die Aids-Hilfe Dresden. Die Crew des Filmes “Was bleibt” sammelte unter der Federführung von Max Löffler Spenden für die Aids-Hilfe. Wir freuen uns sehr über den tollen Betrag von 150 Euro und möchten an dieser Stelle nochmals herzlich Danke sagen! Ihr seid großartig!

Text: cw; Fotos: Kati Simmank (2); AHD(1); weitere Bilder in der Galerie