Dresden zeigt Schleife – wider das Schweigen

(Am Ende des Berichts gibt es einen Link zu Bildern über die Aktion) Bernd Kilian und die Aids-Hilfe Dresden präsentieren am 1. Dezember anlässlich des Welt-Aids-Tages einen Fotoroman zum Thema HIV und Aids.

Die Präsentation des Filmes findet an verschiedenen markanten öffentlichen Orten in der Landeshauptstadt Dresden statt. Starten wird das Filmprojekt um 17 Uhr am Deutschen Hygiene-Museum. Weitere Stationen sind das Schauspielhaus und der Zwinger sowie die Semperoper und andere Spielorte.

Reden Sie drüber? Redet man drüber? Ist nicht alles gesagt? Wenige Themen erzeugen eine solch große Sprachlosigkeit wie Sexualität. Alle machen´s, aber keiner spricht drüber – trifft es noch am besten. Szenisch diese Überlegungen zur Wortlosigkeit um zu setzen, war Anspruch dieser inspirierenden Zusammenarbeit. Im Ergebnis steht nun eine Geschichte, ein Fotoroman zweier Teenager.

Mit dem Kurzfilm wünscht die Aids-Hilfe Dresden, eine Diskussion über auf die Situation bezüglich HIV und Aids in Dresden anzuregen. Fakt ist: Auch in Dresden leben Menschen mit einer HIV-Infektion. Die genaue Zahl der Positiven liegt im Unklaren. Zum einen sind es die Frauen und Männer, denen ihre Infektion bekannt ist. Zum anderen diejenigen, die vermuten infiziert zu sein, sich jedoch nicht trauen sich einem HIV-Antikörpertest zu unterziehen.

Mit HIV und Aids in Dresden zu leben heißt, über seine Krankheit schweigen zu müssen. Die sogenannte Normalisierung von HIV und Aids mag möglicherweise die Behandlungsstrategien betreffen, mit denen Spezialisten versuchen, das Leben ihrer PatientInnen zu verlängern. Aber von einer Normalisierung im Lebensalltag sind wir in Dresden noch weit entfernt. Für die meisten Frauen und Männer lastet das selbstverordnete Schweigegelübde schwer auf ihren Schultern.

Menschen mit HIV und Aids brauchen mehr denn je die Solidarität der Gesellschaft: Sie brauchen die Solidarität ihrer Familie und Freunde, ihrer ArbeitskollegInnen, ihrer Gemeinde und ihrer Regierenden. Sie brauchen diese Solidarität, weil Aids nicht ein rein medizinisches Problem ist, sondern weil Aids auch ein Beziehungsproblem ist: ein Problem der verletzenden Liebe, ein Problem des respektvollen Umgangs miteinander und ein Problem der Toleranz und Akzeptanz.

Am 1. Dezember 2011 wird der Film an folgenden Orten und Zeiten in der Stadt Dresden präsentiert:

 

  • Robotron Gebäude (Pirnaischer Platz) – 16:30 Uhr
  • Hygiene-Museum – 17:00 Uhr
  • Pullman Dresden Newa – 17:45 Uhr
  • Schauspielhaus – 18:30 Uhr
  • Zwinger (außen) – 19:00 Uhr
  • Semperoper – 19:30 Uhr
  • Sozialministerium (Albertstraße) – 20:15 Uhr
  • Hochhaus Albertplatz – 20:45 Uhr
  • Postgebäude Königsbrücker Straße – 21:15 Uhr
  • Kino Schauburg – 21:45 Uhr

 

Idee und Regie: Bernd Kilian, geboren 1964 in Ansbach/ Mfr., studierte freie bildende Kunst an der HfbK Dresden und der ensba Paris, seit 1999 freischaffender Künstler und Filmemacher.

Der Film entstand unter der Mitwirkung von SchülerInnen der Freien Werkschule Schule Meißen.

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