Syphilis

Andere Bezeichnungen

  • Harter Schanker
  • Lues venera
  • Lustseuche

Erreger

  • Bakterien, Treponema pallidum

Übertragung

  • Geschlechtsverkehr und enger Körperkontakt, z.B. Schmusen und Streicheln
  • dabei Kontakt mit infektiöser Hautstelle bzw. Syphilisgeschwür (direkter Übertragungsweg)
  • auch indirekte Übertragung durch feuchte Hände oder feuchte Handtücher ist möglich
  • eine Infektionsgefahr besteht in der Regel nur, wenn der Infizierte im 1. oder 2. Stadium der Erkrankung ist

Inkubationszeit

  • nach 2 – 4 Wochen

Symptome

  • die Krankheit verläuft in 3 Stadien mit verschiedenen Symptomen:
  • 1. Stadium: 2 – 4 Wochen nach der Ansteckung
  • an der Eintrittsstelle der Erreger, d.h. am Penis, im Mund, am oder im After, in der Scheide: erbsengroße rötliche Wundstelle (der so genannte Schanker)
  • daraus Knoten oder hartes, schmerzloses Geschwür mit Kruste an den Rändern oder von gelb-grauem Schorf bedeckt, das von selbst wieder verschwindet
  • das bedeutet keine Heilung!
  • Anschwellen der Lymphknoten
  • am After meist unbemerkt, am Anfang oft symptomlos
  • 2. Stadium: ca. 8 Wochen bis 2 – 3 Jahre nach der Ansteckung
  • Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, allgemeines Krankheitsgefühl
  • Lymphknotenschwellungen, nichtjuckende, rosafleckige Hautausschläge (häufig am ganzen Körper)
  • danach entwickeln sich Papeln, aus denen eine hochinfektiöse Flüssigkeit austritt
  • um den Analbereich herum so genannte Condylomata lata, feigwarzenähnliche weiche, flache Erhebungen
  • an den Handflächen und Fußsohlen grau-rötliche Flecken, die man ertasten kann
  • mitunter Haarausfall
  • auch diese Symptome verschwinden innerhalb weniger Wochen
  • das bedeutet wiederum keine Heilung!
  • 3. Stadium: 2 – 7 Jahre nach der Ansteckung
  • wenige, aber tiefgehende Knoten an der Haut, die sich zurückbilden und Narben (den Syphiliden) hinterlassen
  • Teile der Gefäßwände der Hauptschlagader werden angegriffen
  • bei Nichtbehandlung nach vielen Jahren Befall des Nervensystems, Zerfall des Zentralnervensystems, Lähmung, Psychose (Neuro-Lues)
  • Befall des Herz-Kreislaufsystems, Herzversagen, Befall anderer Organe
  • schwerste Krankheit, Tod
  • bei schwangeren Frauen: schwere Schädigung des Kindes

Diagnose

  • Abstrich bzw. mikroskopischer Erregernachweis aus Geschwür
  • Antikörpernachweis im Blut (erst 4 – 6 Wochen nach der Ansteckung möglich)
  • Symptome lassen sich vielfach übersehen oder mit denen anderer Krankheiten verwechseln – nur der Arzt kann genau diagnostizieren

Test

  • sobald sich Symptome zeigen, ist ein Test dringend zu empfehlen
  • die Gesundheitsämter in Sachsen bieten einen kostenlosen und anonymen Test an
  • es besteht eine nicht-namentliche Meldepflicht (vgl. dazu auch Meldepflicht bei HIV)

Behandlung

  • Antibiotika in den frühen Stadien führt zu vollständiger Heilung
  • kein Sex während der Behandlung
  • Partnerbehandlung!!!
  • die Behandlung im späten Stadium kann die Krankheit stoppen, aber Organschäden nicht wieder beheben, Kontrolluntersuchungen regelmäßig bis zu 2 Jahren nach Abschluss der Behandlung

Krankheitsdauer

  • bei Nichtbehandlung: Befall des Nervensystems, Zerfall des Zentralnervensystems, Lähmung, Psychose, Befall des Herz-Kreislaufsystems, Herzversagen, Befall anderer Organe, schwerste Krankheit, Tod

Vorbeugung

  • Kondome schützen nur bedingt vor einer Ansteckung, da das Bakterium sich auch durch die Haut übertragen lässt
  • „Bei häufig wechselndem Geschlechtsverkehr sollte man regelmäßig einen geeigneten Test auf eine Syphilis durchführen lassen“
  • Quelle: “Bodycheck – Das schwule Gesundheitsbuch”
  • Gesundheitsamt Dresden macht entsprechendes Angebot

HIV+ Info

  • bei HIV-Positiven ist die Antikörperdiagnose nicht immer sicher
  • zudem ist ein wesentlich schnellerer Verlauf der Krankheit bei HIV-bedingter Immunschwäche möglich
  • das 3. Stadium kann wesentlich früher eintreten
  • Diagnose dann evtl. über eine Entnahme von Rückenmarksflüssigkeit
  • wenn Schleimhautveränderungen auftreten, besteht ein höheres Risiko, sich mit HIV zu infizieren