Chlamydien

Sind Bakterien, die sexuell übertragen werden können und recht weit verbreitet sind. Viele Menschen sind infiziert, ohne es zu wissen. Sie führen beim Menschen zu verschiedenen Erkrankungen, z.B. zu Entzündungen der Harnröhre, des Rachens, der Augenbindehaut und der Geschlechtsorgane, evtl. sogar zur Unfruchtbarkeit. Chlamydien werden vom Arzt mit Antibiotika behandelt.

 

Andere Bezeichnungen

  • Chlamydien-Infektion

Erreger

  • Bakterien: Chlamydia trachomatis (Serotyp D – K)
  • in Deutschland eine der häufigsten Geschlechtskrankheiten
  • viele Infizierte wissen nichts von ihrer Erkrankung
  • Hinweis: Chlamydien des Serotyps L1 – L3 können ein Lymphogranuloma venerum (LGV) verursachen, es handelt sich hier aber um eine andere STD

Übertragung

  • möglich durch Vaginal-, Oral- und Analverkehr und zwar aktiv und passiv
  • Erreger siedelt sich an auf Harnröhre, Vaginal- und Darmschleimhaut, Rachen und Auge
  • Übertragung durch Kontakt mit diesen Schleimhäuten und mit Ausfluß aus diesen
  • auch über Hände (z.B. wenn Chlamydien von der Eichel auf die Hand und von hier auf andere Schleimhaut gelangen) – Schmierinfektion

Inkubationszeit

  • 1 – 6 Wochen (Infektion oft unbemerkt)

Symptome

  • bei Männern ist die Harnröhrenentzündung am häufigsten
  • eitriger Ausfluß, Schmerzen beim Wasserlassen und Jucken der Harnröhre sind typische Zeichen
  • ca. 25% der Infektionen verlaufen unbemerkt
  • bei Frauen verlaufen sogar 75% der Erkrankungen ohne Symptome
  • bei der Gebärmutterhals- und Harnröhrenentzündung kann es zum Ausfluß kommen, außerdem zu Juckreiz und Harnverhalt
  • gelegentlich eitrige Herde und gesteigerte Blutungsneigung der Vaginalschleimhaut
  • die akute Entzündung der Eileiter durch aufsteigende Erreger ist eine schwere Komplikation
  • es kommt zu Fieber, Unterbauchschmerzen und Bauchfellentzündung
  • sowohl die akute wie auch die chronische asymptomatische Form können zur Unfruchtbarkeit durch irreversible Verklebung der Eileiter führen und die Entstehung von Bauchhöhlenschwangerschaften begünstigen
  • es kann auch zur Bindehautentzündung durch Selbstinfektion sowie zum Reiter-Syndrom (Trias aus Harnröhren-, Gelenk- und Bindehautentzündung) kommen
  • Kinder können im Geburtskanal angesteckt werden und an einer Bindehaut- und Lungenentzündung erkranken

Diagnose

  • Abstrich und Laboruntersuchung zum Erregernachweis
  • Bluttest

Test

  • sobald sich Symptome zeigen, ist ein Test dringend zu empfehlen
  • die Gesundheitsämter in Sachsen bieten einen kostenlosen und anonymen Test an
  • es besteht eine nicht-namentliche Meldepflicht innerhalb Sachsens (vgl. dazu auch Meldepflicht bei HIV)

Behandlung

  • Antibiotika
  • bis zum O.K. durch den Arzt ist ungeschützter Sex tabu
  • Partnerbehandlung!!!

Krankheitsdauer

  • abhängig von der Schwere der Infektion

Vorbeugung

  • Kondome schützen nur bedingt vor einer Ansteckung

HIV+ Info

  • wenn Schleimhautveränderungen oder –defekte auftreten, besteht ein höheres Risiko, sich mit HIV zu infizieren