Lexikon: H



HAART

Abk. für Hoch Aktive Anti Retrovirale Therapie. Meist handelt es sich um die Kombination mehrerer Wirkstoffe bzw. Präparate. siehe: Therapie


Hämophilie

(griech.) Bluterkrankheit; Störung der Gerinnungsfähigkeit des Blutes.


Hepatitis

Virenbedingte oder toxische Leberentzündung. Infektiöse Formen sind Hepatitis A, B, C, D, E und G; häufige Formen in Mitteleuropa sind Hepatitis A (fäkal-orale Übertragung, „Reise-Hepatitis“) sowie Hepatitis B und Hepatitis C, die vor allem sexuell oder bei intravenösem Drogengebrauch (Nadeltausch) übertragen werden. Gegen Hepatitis A und B ist eine Schutzimpfung möglich. Was ist Hepatitis? Hepatitis ist eine Leberentzündung und wird umgangssprachlich als Gelbsucht bezeichnet. Am häufigsten wird sie durch so genannte Hepatitis-Viren verursacht. Bisher sind die Viren A, B, C, D, E und G bekannt. Vor allem die Hepatitis-Viren A, B und C lösen akute […]


Hepatitis A

Andere Bezeichnungen Leberentzündung Reise-Hepatitis „Gelbsucht“ Erreger Hepatitis A Virus Übertragung Virus kommt im Kot infizierter Personen vor und kann auch längere Zeit außerhalb des menschlichen Körpers überleben Übertragung durch verunreinigtes Wasser und Nahrungsmittel (z.B. ungeschältes Obst, Meeresfrüchte, Eis) sowie bei einigen sexuellen Praktiken wie Rimming („Arschlecken“) und Spiele mit Kot („Kaviar“) Inkubationszeit 2 bis 8 Wochen Symptome akute Infektion: grippeähnliche Symptome, Fieber, Unwohlsein, Abneigung gegen fettreiche Nahrungsmittel und Alkohol, Schmerzen unter dem rechten Rippenbogen, Durchfall, Erbrechen nur in einem Drittel der Fälle Gelbsucht mit Juckreiz, dunklem Urin, hellem Stuhl, Gelbfärbung von Haut und Schleimhäuten bei […]


Hepatitis B

Andere Bezeichnungen Leberentzündung „Gelbsucht“ Erreger Hepatitis B Virus Übertragung sich mit dem Hepatitis B Virus anzustecken, ist 100 mal leichter als sich mit HIV anzustecken das Virus ist sehr widerstandsfähig und kommt in vielen Körperflüssigkeiten vor: Blut, Sperma, Scheidenflüssigkeit, Tränen, Lusttropfen, Speichel, Muttermilch, Blut, Urin eine sexuelle Übertragung ist evtl. bereits durch Küssen möglich ebenfalls durch Vaginal-, Anal- und Oralverkehr außerdem auch bei gemeinsamer Benutzung von Zahnbürsten, Rasierklingen bei der Geburt, beim Stillen gemeinsames Benutzen von Spritzen, Löffeln, Filtern, Nadeln, unhygienisches Piercen und Tätowieren Inkubationszeit 1 – 6 Monate (meist 2 – 3 Monate) Symptome […]


Hepatitis C

Andere Bezeichnungen Leberentzündung „Gelbsucht“ Erreger Hepatitis C Virus Übertragung Blut-Blut-Kontakte, z.B. gemeinsamer Gebrauch von Spritzbesteck, Rasierern und Zahnbürsten, unhygienisches Tätowieren und Piercen Übertragung durch sexuelle Praktiken wie Analverkehr, Fisten und Vaginalverkehr wird zunehmend diskutiert und scheint möglich ebenfalls Peitschentausch (Blut-Blut-Kontakte, oder Blut gelangt auf Schleimhäute und Hautrisse) unbehandelte Haut- und Geschlechtskrankheiten erhöhen das Übertragungsrisiko Übertragung von Hepatitis C von der Mutter auf das Kind in 3 – 5% der Fälle Empfänger von Blutprodukten waren bis 1991 besonders gefährdet, heute liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Übertragung bei unter 0,1% Inkubationszeit 20 Tage bis 6 Monate im […]


Hepatitis D

Hepatitis D ist ein „unvollständiges“ Virus benötigt zu seiner Vermehrung die Hülle des Hepatitis B Virus und kann nur zusammen mit diesem übertragen werden oder an Personen, die bereits HBV-Träger sind in Deutschland ist Hepatits D selten betroffen sind hauptsächlich intravenös Drogengebrauchende in Mittelmeerländern kommt HDV häufig vor Erreger Hepatitis D Virus (HDV) Übertragung über Blut-Blut-Kontakt z.B. gemeinsamer Gebrauch von Spritzbesteck während der Geburt von der Mutter auf das Kind gemeinsames Benutzen von Zahnbürsten und Rasierzeug unhygienisches Piercen und Tätowieren Analverkehr und Peitschentausch Inkubationszeit 1 – 6 Monate Symptome akute Infektion: häufig keine oder kaum […]


Hepatitis E

Hinweis Virus ist stark verbreitet in Vorderasien, Nordafrika, Südamerika und in den Balkanländern Reisende in diese Gebiete sind besonders gefährdet Erreger Hepatitis E Virus Übertragung das Virus wird wie Hepatitis A übertragen Übertragung über Blut und Blutprodukte, Speichel, Urin und Sperma ist sehr selten bzw. nicht völlig geklärt gemeinsamer Gebrauch von Spritzen und Nadeln stellt aber ein Risiko dar Inkubationszeit 2 Wochen bis 2 Monate Symptome akute Infektion: keine oder kaum Beschwerden (grippeähnliche Symptome) bei ausgeprägtem Verlauf Gelbsucht schneller und schwerer Verlauf in 0,5 – 3% der Fälle z.B. bei Schwangeren in den letzten drei […]


Hepatitis G

Hinweis gerade bei Hepatitis G gibt es noch viele Unklarheiten weltweit sind etwa 1,5 – 3% der Bevölkerung infiziert in Deutschland können bei etwa 1 – 2% das Erbmaterial des Virus im Blut nachgewiesen werden Erreger Hepatitis G Virus Übertragung über Blut und Blutprodukte wahrscheinlich wie bei Hepatitis C z.B. gemeinsamer Gebrauch von Spritzbesteck, gemeinsames Benutzen von Rasierzeug und Zahnbürsten, beim unhygienischen Tätowieren und Piercen, beim Sex und während der Geburt von der Mutter auf das Kind Inkubationszeit 4 – 12 Wochen Symptome Symptome sind nicht bekannt Gelbsucht tritt bei Hepatitis G offenbar nicht auf […]


Herpes

Andere Bezeichnungen Herpes simplex Herpes genitalis Erreger Viren, Herpes-simplex-Virus (HSV) HSV Typ 1 („Lippen-Herpes“) und HSV Typ 2 („Genital-Herpes“) enge Verwandschaft der beiden Virustypen Varicella-Zoster-Virus (Primärinfektion: Windpocken bei Kindern, Reaktivierung als Gürtelrose möglich) Virus weit verbreitet, 95% der Menschen sind Virusträger von Herpes-Virus Typ1 Übertragung Kontakt mit erkrankten Hautstellen, auch wenn keine Symptome vorhanden häufig wird genitaler Herpes übertragen durch Virusausscheider ohne Herpesbläschen Übertragung durch Tröpfchen- und Schmierinfektion auf Haut und Schleimhäute (Speichel und Sperma können infektiös sein) bei Kindern Infektion im Uterus vor der Geburt oder häufiger während der Geburt im Geburtskanal Inkubationszeit 2 […]


HIV PrEP

Aktuell wird die Wirksamkeit der sogenannten HIV-PrEP diskutiert, PrEP steht für Prä-Expositions-Prophylaxe. Bei der PrEP werden Medikamente vor einem möglichen Ansteckungsrisiko mit HIV eingenommen. Verschiedene Studien zur Wirksamkeit kommen allerdings zu unterschiedlichen Ergebnissen. Das Problem der HIV-PrEP ist dabei die regelmäßige Einnahme und die Kostenübernahme. In Deutschland werden HIV-Medikamente zur Vorbeugung bisher nicht zugelassen und die Kosten müssen vom Einzelnen getragen werden. Aktuelle Informationen zur HIV-PrEP finden Sie hier.    


HIV und Aids

Was ist „HIV“ eigentlich? HIV ist die Abkürzung für das menschliche Immunschwäche-Virus (Humane Immundefizienz-Virus). Es gehört zur Gruppe der Retroviren und ist ca. 1/10.000 mm groß. HIV wird von Mensch zu Mensch übertragen. Das Virus schädigt das Immunsystem und kann zum Krankheitsstadium AIDS führen. Ein HIV-positiver Mensch ist also nicht automatisch auch AIDS-krank. Wie wird HIV übertragen? Damit HIV übertragen werden kann, ist der Kontakt mit einer Körperflüssigkeit notwendig, die eine hohe Viruslast aufweist. Das kann Blut, Sperma, Analsekret, Vaginalsekret oder Muttermilch sein. Gleichzeitig muss eine „Eintrittspforte“ in den Körper existieren. Eintrittspforten können offene Wunden […]


HIV-Antikörper

Antikörper sind in Blut und Körpersekreten vorkommende Eiweißstoffe, die beim Eindringen von Bakterien oder Viren in den Körper vom Immunsystem gebildet werden. HIV-Kombinationstests weisen neben Antikörper auch Virusbestandteile nach.


HIV-assoziierte Erkrankungen

treten im Zusammenhang mit HIV auf.


HIV-Heimtest / HIV-Selbsttest

Diese Test-Kits sind für die Anwendung zuhause gedacht und arbeiten ähnlich wie der ELISA-Suchtest. Da die Anwendung ohne Beratung erfolgt und aufgrund unsachgemäßen Gebrauchs zu falschen Ergebnissen führen kann, raten die Aids-Hilfen dringend davon ab, diese Tests durchzuführen. Zudem sind die entsprechenden Produkte in Deutschland nicht zugelassen. siehe auch: HIV-Test


HIV-Kombinationstest

Blutuntersuchung, die zusätzlich zu HIV-Antikörpern auch Virusbestandteile (p24-Antigen) nachweisen. Die Blutuntersuchung kann 6 Wochen nach einer Risikosituation durchgeführt werden. Der Test wird zunächst als Suchtest (ELISA) durchgeführt. Wichtig sind zuvor eine persönliche Beratung und Aufklärung über mögliche Folgen des Testergebnisses. Der Test ist nur mit Einwilligung der zu untersuchenden Person erlaubt.


HIV-negativ

ist jemand, der nicht mit dem HI-Virus infiziert ist; der HIV-Kombinationstest ist „negativ“ ausgefallen, d.h. es konnten keine Antikörper gegen HIV bzw. Virusbestandteile nachgewiesen werden.


HIV-PEP

Die HIV-Post-Expositions-Prophylaxe (kurz: HIV-PEP) kann für Personen sinnvoll sein, die ein klar benennbares Risiko (z.B. Nadelstichverletzung bei Krankenhauspersonal) hatten. Nach einem sexuellen Risikokontakt kann eine HIV-PEP unter bestimmten Umständen ebenfalls indiziert sein. Weitere Informationen finden Sie hier.


HIV-positiv

ist jemand, der mit dem HI-Virus infiziert ist; der HIV-Kombinationstest ist „positiv“ ausgefallen, d.h. es konnten Antikörper gegen HIV bzw. Virusbestandteile nachgewiesen werden.